- Andreas Dresen hat schon mit dem Spielfilm "Halbe Treppe" und dem Dokumentarfilm "Herr Wichmann von der CDU" ein detailliertes Bild der aktuellen Befindlichkeit in der ostdeutschen Provinz gezeichnetein aktueller Film ist ein würdiger Nachfolger dieser beiden WerkeWillenbrock", der nach dem gleichnamigen Roman des besonders in Ostdeutschland bekannten Schriftstellers und Philosophen Christoph Hein entstanden ist, lebt aber auch wie schon "Halbe Treppe" von dem ausdrucksstarken Hauptdarsteller Axel Prahlieser ist übrigens auch in vielen Tatort-Filmen als Kommissar Thiel zu sehenehenswert.
- Texas hat nicht nur stockkonservative Amerikaner hervorgebrachtas beweist jedenfalls der Regissseur Wes Anderson nach "The Royal Tennebaums" ein weiteres Malchon der original Filmtitel "The Life Aquatic with Steve Zissou" lässt wieder ein etwas schräges Werk erahnenenn dann noch Bill Murray in der Hauptrolle besetzt ist, ist das schon fast eine Garantie für einen amüsanten Filmeine Detailverliebtheit hat Anderson in seinem neuen Film noch weiter ausgebauto sieht man immer wieder jede Menge, liebevoll animierte exotische Tierchenas hilft darüber hinweg, dass die Story selbst nicht der Hit ist, obwohl das Drehbuch eigentümlicherweise für einen Oskar nominiert warehenswert.
- Julia Jentsch, der aufstrebende, neue Star am deutschen Kinohimmel, brilliert in einer weiteren überzeugenden Rolle, für die sie zu Recht den Silbernen Bären der 55erliner Filmfestspiele erhieltach den zwei eher mittelmäßigen Komödien "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" und "Harte Jungs" überrascht Regisseur Marc Rothemund mit einem gelungenen historisches Drama mit aktuellem Bezuguch dafür gab es einen Silbernen Bärenehenswert.
- Der im Wettbewerb der Berlinale 2004 gelaufene Beitrag von Patrice Leconte lebt vor allem von den beiden erfahrenen HauptdarstellernIntime Fremde" ist eine behutsam erzählte Geschichte einer außergewöhnlichen Beziehung zweier Menschen und sehenswertes französisches Kino.
- Weingartner überzeugt mit "Die fetten Jahre sind vorbei", in dem er den Zeitgeist in Deutschland genau trifftabei ist das Werk nicht agitativ, sondern regt zum eigenen Denken annd Weingartner hat es sogar geschafft, dass ein solcher "Problemfilm" zudem auch noch äußerst unterhaltsam ist!
- Ken Loach, einer der erfolgreichsten Independent-Filmregisseure aus England, hat mit "Just a Kiss" auf ungeahnte Weise einen überzeugenden Beitrag zur derzeitigen Integrationsdiskussion geliefertoach hat wie immer in seinen Millieufilmen genau beobachtet und diese Ergebnisse mit einem einfachen, aber wirksamen Plot verbunden.
- Regisseur Thomas Riedelsheimer, der dem begeisterten Dokumentarfilmzuschauer bereits seit "Rivers and Tides" bekannt ist, konzentriert sich in "Touch the Sound" darauf, wie man Geräusche und Musik wahrnehmen kanner Film fängt auch eine große Zahl akustischer Impressionen ein, die gelungen von passenden Bildern begleitet werden.
- Regisseur François Ozon erzählt nach "Swimming Pool" und "8 Frauen" mit "5x2" eine recht normale und unspektakuläre Geschichteiese wird jedoch durch das konsequente Rückwärts-Erzählen auf interessante Weise in Szene gesetzto entstand eine ganz eigene Art von Episodenfilm und die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird auf andere Fragen gelenkt.
- Zwar kann die Darstellung der Sinnlosigkeit der Paranoia halbwegs überzeugen und auch die technische Umsetzung des Films lässt nichts zu wünschen übrig, das Drehbuch enthält aber besonders in der ersten Hälfte starke Längenas Ende wirkt gar extrem aufgesetzt und unnötig pathetischudem wirkt die Figur des Paul zu konstruiert und wenig authentisch.
- Die Filme von Angela Schanelec sind einerseits etwas besonderes in der deutschen Kinolandschaft, andererseits aber auch durchaus umstrittenchanelec arbeitet viel mit Auslassungenas Erzählen einer stringenten Geschichte steht bei ihr im Hintergrundo bleibt dem Zuschauer viel Interpretationsspielraum.
- Regisseur Peter Webber, der bisher nur TV-Filme drehte, beweist, dass er auch auf der großen Leinwand bestehen kannem Kameramann Serra gelingt es, sowohl Johannsons überragende Mimik als auch Farben, Licht und Schatten in der Welt des Künstlers Veermeer überzeugend einzufangen.
- Allen überrascht diesmal wieder mit ungewöhnlichen Rollenbesetzungennd der Film funktioniert wunderbarason Biggs spielt wie ein junger Woody Allenie charismatische Christina Ricci in einem Woody-Allen-Film zu sein, ist jedoch allein schon den Besuch wert.
- Das Regiedebüt von Yann Samuell erinnert gleich mit den ersten Szenen unweigerlich an "Die fabelhafte Welt der Amélie", dessen Qualitäten er aber nicht erreichtit ähnlichen Spezialeffekten und einem rasanten Erzähltempo wird der Zuschauer in die Geschichte eingeführt.
- Insgesamt ist "Fahrenheit 9/11" eine groß angelegte Wahlwerbung gegen Bush, nicht mehr und nicht wenigerafür kann man Moore eigentlich nur danken, ob er dafür allerdings die Goldene Palme und den Kritikerpreis von Cannes verdient hat, darf bezweifelt werden.
- Der von vielen Kritikern gelobte "Ken Park" erschließt sich dem normalen Zuschauer schlecht bis gar nichtffenbar reicht hier schon der Name Larry Clark aus, um positiv zu schreibenKen Park" strotzt von losen und unzusammenhängenden Handlungssträngen, die meist nur eins gemeinsam haben: Sex.
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